Wissenssicherung von A bis Z · Teil 3/16: Vom Rohstoff zur Struktur

Teil 3 von 16
Im letzten Teil ging's darum, überhaupt mal das Mikrofon in die Hand zu nehmen und loszureden statt ewig zu überlegen, wie man anfängt. Jetzt liegt also was da. Aufnahmen, Notizen, vielleicht die ersten Transkripte. Und hier kommt der Punkt, an dem viele denken: fertig, Haken dran.
Ist es aber nicht.
Was man am Anfang sammelt, ist erstmal nur Rohmaterial. Mehr nicht. Ein Haufen Holz ist noch kein Haus. Das Wissen, das da gerade entsteht, liegt wild durcheinander – ein Gedanke zum Kunden X, dazwischen was zur Reklamation von letzter Woche, dann noch eine Idee, die mit beidem nichts zu tun hat. Alles wertvoll, aber alles ungeordnet.
Der nächste Schritt ist deshalb nicht glamourös, aber er ist entscheidend: ordnen. Strukturieren. Dinge, die zusammengehören, auch zusammenlegen. Nicht, weil es schön aussehen soll, sondern weil ungeordnetes Wissen später keiner wiederfindet. Und Wissen, das keiner wiederfindet, ist für den Alltag im Grunde nicht vorhanden – es liegt nur rum.
Ich sag das deshalb so deutlich, weil ich in unseren Unternehmen genau diesen Punkt unterschätzt habe. Man ist stolz, dass man überhaupt was aufgenommen hat, und vergisst, dass ungeordnetes Material irgendwann genauso in der Schublade verschwindet wie der alte Aktenordner. Die Mühe vom Sammeln war dann für die Katz.
Wichtig dabei: Es muss nicht perfekt sein. Keine hundertprozentige Taxonomie, kein durchdachtes System vom ersten Tag an. Geordnet reicht. Grob sortiert nach Themen, nach Projekten, nach dem, was im eigenen Betrieb Sinn ergibt. Lieber eine einfache, grobe Struktur, die man wirklich pflegt, als ein kompliziertes System, das nach zwei Wochen niemand mehr anfasst.
Das ist auch der Moment, in dem man merkt, ob man den Laden überfordert hat oder nicht. Klein anfangen gilt hier genauso wie beim Sammeln selbst. Lieber ein Projekt, ein Thema, wo man sich reinhängt – und von dort aus wachsen lassen.
Im nächsten Teil geht's dann darum, wie aus diesen geordneten Häppchen tatsächlich ein Dokument wird, mit dem man arbeiten kann.
Zuerst erschienen auf LinkedIn → zum Original
Recherchiert und im Entwurf mit KI-Unterstützung erstellt, vor der Veröffentlichung von Martin Reichle geprüft und freigegeben. Näheres
Projekt besprechen →