Wissenssicherung von A bis Z · Teil 1/16: Wo Wissen wirklich steckt

Teil 1 von 16.
Ich starte heute eine neue Serie. 16 Teile, Schritt für Schritt, darüber wie man Wissen in einem Unternehmen wirklich sichert. Nicht die große Theorie, sondern das, was ich in meinen eigenen Unternehmen lerne, während wir das selbst aufbauen.
Und ich fange bewusst nicht mit einem System an. Keine Software, kein Tool, kein Projektplan mit zehn Meilensteinen. Bevor man irgendwas baut, muss man erstmal hinschauen: Wo steckt das Wissen eigentlich, das wir sichern wollen?
Und da wird's interessant. Das meiste Wissen in einem Betrieb steht in keinem Handbuch. Es steckt in den Köpfen der Leute, die seit Jahren dabei sind. Es steckt in den Gesprächen, die man nebenbei auf dem Gang führt, in der Art, wie jemand ein Problem löst, ohne lange zu überlegen, weil er es einfach schon hundertmal gemacht hat. Es steckt in Routinen, die niemand aufgeschrieben hat, weil sie so selbstverständlich geworden sind, dass man gar nicht mehr merkt, dass da Wissen drinsteckt.
Das ist auch der Punkt, an dem viele gleich ins große Rad greifen wollen. Erstmal ein System aufsetzen, alles dokumentieren, Prozesse definieren. Ich halte davon wenig. Wenn man zu groß anfängt, überfordert man den Laden, bevor überhaupt was Sinnvolles entstanden ist. Dann verbrennt man das Thema, noch bevor es eine Chance hatte.
Deswegen fängt diese Serie woanders an. Erstmal sammeln. Erstmal schauen, wer was weiß, wo es hakt, wo Wissen verloren geht, wenn jemand krank ist oder geht. Kein Druck, keine Deadline, einfach mal anfangen zu beobachten.
Mir ist wichtig, dass das niemandem Angst macht. Es geht nicht darum, jemanden zu kontrollieren oder zu ersetzen. Es geht darum, dass das, was Kolleginnen und Kollegen wissen und können, nicht verloren geht, wenn sie mal nicht da sind. Das ist für mich erstmal ein Respekt vor der Arbeit, die sowieso schon gemacht wird.
In den nächsten Folgen gehe ich Schritt für Schritt weiter: wie man das Wissen greifbar macht, wie man es festhält, wie eine KI dabei helfen kann, ohne dass man gleich alles umbauen muss. Aber das kommt erst, wenn der erste Schritt sitzt.
Im nächsten Teil geht's um den ersten Griff zum Mikrofon.
Zuerst erschienen auf LinkedIn → zum Original
Recherchiert und im Entwurf mit KI-Unterstützung erstellt, vor der Veröffentlichung von Martin Reichle geprüft und freigegeben. Näheres
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