Was mit den Menschen passiert

Die Frage stellen sich gerade ziemlich viele. Und das betrifft nicht nur die Jungen. Gerade Leute, die schon sehr, sehr lange im Berufsleben stehen, spüren gerade eine Veränderung ihrer Arbeitsumgebung, wie sie sie noch nicht erlebt haben. Das Tempo ist enorm. Ein Prozess, der gestern noch gut war, ist morgen schon wieder überholt. Das macht was mit Menschen, und das nehme ich auch in meinen Unternehmen sehr ernst.
Ich glaube, man kann da niemanden einfach vor vollendete Tatsachen stellen. Man muss die Leute mitnehmen auf diese Reise. Ich setze mich dazu, führe Gespräche, versuche, das Thema sanft heranzubringen. Nicht überfallen, nicht überfordern. Schritt für Schritt.
Und ich will auch ehrlich sein, was da wegfällt. Es gibt Aufgaben, die mochte sowieso niemand so richtig gern machen. Die fallen jetzt weg, weil Systeme sie übernehmen. Das ist erst mal eine Erleichterung, kein Grund zur Sorge. Was bleibt, ist mehr Zeit für das, was eigentlich zählt: für das Menschliche, für Kreativität, für Dinge, die man nicht einfach automatisieren kann.
Und dann gibt es noch etwas, das mir besonders am Herzen liegt. Gerade ältere Kolleginnen und Kollegen tragen ein Wissen in sich, das über Jahre gewachsen ist. Das ist für uns ein enormer Schatz. Jetzt, wo Aufgaben wegfallen, entsteht die Möglichkeit, genau dieses Wissen zu sichern. Es für die Zukunft zu bewahren, statt es irgendwann einfach zu verlieren.
Die Rolle der Menschen verschiebt sich dadurch. Weg vom reinen Abarbeiten, hin zum Entscheiden, zum Freigeben, zum Einordnen. Das ist nicht weniger wert, im Gegenteil. Es ist oft der Teil der Arbeit, der am meisten mit der eigenen Erfahrung zu tun hat.
Ich tue mich schwer mit großen Versprechen zu diesem Thema. Aber eines kann ich sagen: Wer die Leute dabei mitnimmt, ernst nimmt, und ihnen zeigt, dass ihr Wissen wertvoll bleibt, der nimmt auch der Veränderung einiges von ihrer Angst.
Zuerst erschienen auf LinkedIn → zum Original
Recherchiert und im Entwurf mit KI-Unterstützung erstellt, vor der Veröffentlichung von Martin Reichle geprüft und freigegeben. Näheres
Projekt besprechen →