Bald spricht mein Assistent mit deinem

Ich hatte neulich einen Gedanken, der mich seitdem nicht mehr loslässt.
Wir stellen gerade fest, dass es immer weniger Arbeitnehmer gibt. Das hat auch mit der Demografie zu tun. In den nächsten zehn Jahren gehen über 15 Millionen Menschen in Deutschland in Rente oder fallen aus dem Arbeitsmarkt. Und man weiß eigentlich schon heute: diese Lücke wird sich nicht füllen lassen. Nicht komplett.
Deswegen müssen wir uns ernsthaft überlegen, welche Aufgaben KI, agentische Lösungen oder einfache Automatismen übernehmen können. Nicht als Zukunftsmusik, sondern als etwas, das wir heute schon angehen.
In unseren Unternehmen haben wir dafür angefangen: Jeder Kollege bekommt einen eigenen Assistenten zur Seite. Und das Spannende ist, dass diese Assistenten mittlerweile auch direkt untereinander kommunizieren. Natürlich in einem klar abgesteckten, sicheren Rahmen. Keine Blackbox, kein „macht mal, was ihr wollt".
Was heißt das konkret? Eine Terminvereinbarung. Ein Abgleich von Unterlagen. Eine kurze Abstimmung, wer was bis wann braucht. All das läuft im Vorfeld zwischen den Assistenten, bevor zwei Menschen überhaupt miteinander sprechen. Der Mensch kommt dann dazu, wenn es um die Essenz geht. Um das, worüber man eigentlich reden wollte, statt erstmal zehn Minuten Kalender hin und her zu schieben.
Und genau da wird es für mich spannend, auch über die eigenen vier Wände hinaus gedacht: Was, wenn mein Assistent demnächst nicht nur mit dem Assistenten meines Kollegen spricht, sondern auch mit dem deines Kunden, deines Lieferanten? Wer darf dann eigentlich was entscheiden? Wo hört die Abstimmung auf und wo fängt die Entscheidung an, die ein Mensch treffen muss?
Ich hab darauf noch keine fertige Antwort. Aber ich finde den Gedanken nicht beängstigend, eher neugierig machend. Wenn das Organisatorische leiser im Hintergrund läuft, bleibt vorne mehr Platz für das, was eigentlich zählt: das Gespräch, die Idee, die Entscheidung zwischen Menschen.
Klein anfangen, schauen was passiert, Schritt für Schritt. Genau wie bei allem anderen auch.
Zuerst erschienen auf LinkedIn → zum Original
Recherchiert und im Entwurf mit KI-Unterstützung erstellt, vor der Veröffentlichung von Martin Reichle geprüft und freigegeben. Näheres
Projekt besprechen →