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Wissen verschwindet leise

MR
Martin Reichle
Angewandte KI und digitale Transformation für den Mittelstand
Wissen verschwindet leise

Kein lauter Knall. Keine Explosion. Es geht einfach eine Tür zu, jemand sagt Tschüss, und mit ihm geht etwas, das in keiner Akte steht.

In meinen Unternehmen sehe ich das seit Jahren: Das wertvollste Wissen steckt nicht in Ordnern. Es steckt in Köpfen. Beim Inhaber, der weiß, warum ein Kunde vor zehn Jahren abgesprungen ist. Beim Gründer, der eine Faustregel im Kopf hat, die nirgends aufgeschrieben wurde. Bei der Fachabteilung, die seit zwanzig Jahren genau weiß, an welcher Stelle eine Maschine zickt, bevor sie es überhaupt zeigt.

Gerade im Mittelstand, gerade im Maschinenbau, erlebe ich das immer wieder: Jemand geht in Rente, und mit ihm geht Wissen, das Jahrzehnte gebraucht hat, um zu entstehen. Und das ist dann nicht nur schwer zu ersetzen. Aus meiner Erfahrung ist es fast unwiederbringlich weg. Es gibt keinen Reset-Knopf dafür.

Das Tückische daran: Es tut im Moment nicht weh. Keiner merkt am Tag des Abschieds, was alles fehlt. Erst Wochen oder Monate später, wenn eine Frage auftaucht, die vorher niemand stellen musste, weil einer die Antwort einfach im Kopf hatte.

Deswegen bin ich überzeugt: Festhalten muss eine Haltung sein, bevor es ein System wird. Es geht erstmal gar nicht um Technik. Es geht darum, überhaupt anzufangen zu sammeln. Ein Interview mit jemandem, der bald geht. Ein mitgeschnittenes Meeting. Alles, was an Wissen irgendwo rumliegt, erstmal an einem Punkt zusammentragen – und dann in Ruhe schauen, was man daraus macht.

Klein anfangen reicht völlig. Man muss nicht gleich den ganzen Betrieb durchleuchten. Aber man muss anfangen. Denn das eine, worauf man sich verlassen können muss, ist: Es darf kein Wissen mehr verloren gehen, ohne dass man es wenigstens versucht hat zu halten.

Ich sage das nicht aus der Theorie heraus. Ich sage das, weil ich in meinen eigenen Unternehmen genau diese Lücken schon gespürt habe – und weil ich weiß, wie viel einfacher vieles wäre, hätte man früher angefangen zu sammeln.

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Recherchiert und im Entwurf mit KI-Unterstützung erstellt, vor der Veröffentlichung von Martin Reichle geprüft und freigegeben. Näheres

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