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Wenn KI ein Kind wäre

MR
Martin Reichle
Angewandte KI und digitale Transformation für den Mittelstand
Martin kniet im Wohnzimmer und streckt die Hände einem kleinen Roboter entgegen, der seine ersten wackligen Schritte auf ihn zu macht.

Ich vergleiche es immer mit unseren Kindern. Keiner von denen kam gestern auf die Welt und ist heute aus dem Bett gesprungen und losgelaufen. Erst das Baby-Stadium, dann Kinder-, dann Jugendstadium, und irgendwann läuft er von ganz allein. Der Weg dahin ist bei der KI nicht anders.

Am Anfang steht ein System da wie ein Baby. Es kann noch nichts, versteht den Raum um sich herum nicht, braucht jemanden, der es füttert mit Kontext, der geduldig ist, der nicht gleich aufgibt, wenn es nicht klappt. Man stellt es ja auch nicht aus dem Kinderbett raus auf die Füße und sagt: lauf los. Genauso wenig kann man einer KI die Tür aufmachen und erwarten, dass sie ab sofort alles erledigt. Sie muss erst lernen. Mit Feedbackschleifen, mit Wiederholung, mit Geduld.

Dann kommt die Phase, die ich die Pubertät nenne. Das System tut Dinge, die nicht ganz passen, ist mal zickig, liefert Ergebnisse, bei denen man sich an den Kopf fasst. Genau wie bei einem Teenager braucht es da jemanden, der dranbleibt, nachjustiert, nicht gleich entnervt hinschmeißt. Das gehört dazu. Ich sehe das in meinen Unternehmen immer wieder: Kein System ist am ersten Tag erwachsen.

Und dann, irgendwann, übernimmt es Aufgaben selbstständig. Arbeitet sie ab. Trägt ein Stück Verantwortung. Das ist der Moment, auf den man hinarbeitet, wenn man ganz am Anfang klein angefangen hat, ohne die Erwartung, dass gleich alles von selbst läuft.

Was mich an diesem Gedanken wirklich packt, ist die Frage danach: Was, wenn sie wirklich erwachsen werden? Wenn aus dem anlernbedürftigen Baby ein System wird, das zuverlässig mitdenkt, mitträgt, Verantwortung übernimmt wie ein guter Kollege? Das macht mir keine Angst. Das macht mich neugierig. So wie man als Elternteil stolz zuschaut, wie aus dem kleinen Wesen, das man mühsam großgezogen hat, jemand Eigenständiges wird.

Vielleicht ist das der Punkt, an dem wir bei der KI gerade erst ankommen. Manche Systeme sind noch im Baby-Stadium, andere mitten in der Pubertät, zickig und spannend zugleich. Und ein paar werden gerade erwachsen. Lohnt sich, dabei Geduld zu haben. So wie bei den eigenen Kindern auch.

Zuerst erschienen auf LinkedIn → zum Original

Recherchiert und im Entwurf mit KI-Unterstützung erstellt, vor der Veröffentlichung von Martin Reichle geprüft und freigegeben. Näheres

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