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Vertrauen wird gezählt, nicht gefühlt

MR
Martin Reichle
Angewandte KI und digitale Transformation für den Mittelstand
Martin Reichle steht hinter einer am Laptop arbeitenden Kollegin im Büro, umgeben von Textboxen zu Theorie und steigender Confidence bei KI-Vertrauen, darunter der Titel „Vertrauen in KI? Wird gezählt“.

Wenn ich in unseren Unternehmen ein neues Tool baue, fängt das nie mit "jetzt automatisieren wir alles" an. Es fängt mit einem Problem an. Oder mit einem Hebel. Ich beschreibe, was weh tut, und dann den Weg, wie man das löst oder wie man noch mehr Leistung rausholt. Erst in der Theorie, ordentlich formuliert, so gut es geht durchgespielt.

Dann kommt der Praxistest. Und ganz ehrlich: Am Anfang hakt es fast immer. Kinderkrankheiten nennt man das bei uns. Das ist kein Beinbruch, das ist normal. Ich vergleiche es gern mit unseren Kindern - der konnte am ersten Tag auch nicht laufen. Erst Baby-Stadium, dann Schritt für Schritt mehr.

Der Punkt, um den es mir heute geht: Vertrauen in so ein System entsteht nicht, weil es sich irgendwann "gut anfühlt". Es entsteht, weil man es zählt. Jeder Vorschlag geht erst an einen Menschen zur Freigabe. Daumen hoch, Daumen runter. Jedes Feedback ist ein Datenpunkt. Daumen hoch hebt den Confidence-Level, Daumen runter mit dem passenden Kontext zeigt, wo es noch falsch lag. Aus diesen Mustern lernt das System selbstständig dazu.

Und wenn genug gleiche Bestätigungen zusammenkommen, wenn der Confidence-Level stimmt, dann darf das System den nächsten Schritt alleine gehen. Erst bei den einfachen Aufgaben, später auch bei den kniffligeren. Der Mensch bleibt trotzdem nicht raus. Er begleitet dann nur noch stichprobenartig. Die Hand bleibt am Steuer, nur die Griffigkeit verändert sich.

Das ist für mich der eigentliche Unterschied zur diffusen Angst, die viele vor KI im Betrieb haben. Niemand übergibt am ersten Tag die Kontrolle. Man baut sie sich Stück für Stück, messbar, nachvollziehbar - und genau deshalb kann man sie auch wieder zurückholen, wenn mal was schiefläuft.

Ich sage das auch deshalb so deutlich, weil ich die Zurückhaltung bei vielen Unternehmern verstehe. Man hat Respekt vor der Blackbox. Aber eine Blackbox ist es nur, wenn man nie hinschaut, was sie bewertet. Sobald man das Zählen sichtbar macht, wird aus dem Bauchgefühl ein Prozess, den man erklären kann. Und das nimmt enorm viel von der Angst.

Klein anfangen, ein Problem aussuchen, Feedback geben, Vertrauen Stück für Stück aufbauen. Mehr braucht es am Anfang nicht.

Zuerst erschienen auf LinkedIn → zum Original

Recherchiert und im Entwurf mit KI-Unterstützung erstellt, vor der Veröffentlichung von Martin Reichle geprüft und freigegeben. Näheres

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